Die eigenen Mitarbeiter sind schon digital in ihrer Denke

Die eigenen Mitarbeiter sind schon digital in ihrer Denke

- Über zu viel ungenutztes Potenzial in den eigenen Reihen!

Es vergeht kaum ein Tag wo nicht irgendwo irgendwer mahnend auf die kommende Riesenwelle der Digitalisierung hinweist. In vielen Unternehmen laufen darum die Vorbereitungen mit zunehmender Geschwindigkeit- und nicht selten- Hektik. Dazu werden nun ganz spezielle neue Technologien ins Leben gerufen, Digitalexperten für teures Geld engagiert und jeder Event besucht, der die Worte agil und digital beinhaltet.

Dabei wird häufig übersehen, dass ein unschätzbares Wissen bereits im eigenen Unternehmen vorhanden ist; die eigenen Mitarbeiter mit ihren wertvollen Erfahrungen. Die Führungsebenen und Vorstände beschäftigen sich nach und nach mit Themen wie: Agilität, Working out Loud, Blockchain, Künstliche Intelligenz und anderen, spannenden Begriffen. Auch gehen sie nun regelmäßig zu Veranstaltungen, tauschen sich dort mit Spezialisten aus, die offensichtlich einen genauen Fahrplan haben! Wirklich? Leider vergeht die Zeit und so richtig was passiert kaum, außer, dass der Druck von außen wächst. Aus dem luftleeren Raum kommt man nur schwer heraus.

Es werden Ziele definiert und am besten direkt ganze Langzeit-Strategien für die Zukunft. Spätestens jetzt wird unterschwellig bemerkt, das eigentlich über 90% der Führungskräfte kaum oder gar keine Erfahrung haben, digitale Prozesse zu managen, da sie alle analog groß geworden sind.

Damit ein Unternehmen in die Digitalisierung gebracht werden kann, braucht es einen interdisziplinären Know-How-Transfer über alle Abteilungen hinweg. Diese Erkenntnis ist belegbar. Es gilt als gesichert, dass die Digitalisierung einen kulturellen Wandel im Unternehmen bedarf. Oder anders: Es sind nicht mehr alle Hierarchiestufen nötig. Fehlerkultur soll und muss Einzug halten. Im geschützten Rahmen, Neues probieren und daraus lernen, was klappt, darf sofort umgesetzt werden. Wer seine Mitarbeiter miteinbezieht, Erfahrene, wie auch Millennials, der bekommt den besten Querschnitt durch die Firma. Wer täglich mit Etwas zu tun hat, weiß wo der Schuh drückt und kennt nicht selten eine Lösung. Die Mitarbeiter sind sehr oft weit vorne mit Ideen und Ansätzen, wenn man sie nur fragt und machen lässt. Innovation beginnt immer Buttom-up und nicht Top-down.

Darum sollten Vorgesetzte ihre Mitarbeiter motivieren, sie unterstützen und sie ihre Fähigkeiten einbringen lassen. Der klassische Führungsstil wird mehr und mehr verblassen, weil der Mitarbeiter nicht mehr Anweisungen braucht, sondern der Vorgesetzte lernen muss die richtigen Fragen zu stellen, um die richtigen Antworten zu bekommen. Die Führung vertraut, begleitet und stützt. So macht sich der Schlaue die Digitalisierung zu Nutze. 

 

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