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Leidenschaft als Indikator für Job Performance?

Immer mal wieder werden im TV oder in den Printmedien Portraits von Menschen gezeigt, die ihr Leben vom einen auf den anderen Tag veränderten, total! Der Top-Banker wird zum Berghütten-Wirt, die Managerin backt Kuchen im eigenen Food Truck, der Anwalt eröffnet in Indien eine Essensausgabe für Bedürftige und viele, viele Beispiele mehr.

Diese Geschichten berühren, weil sie aufzeigen, dass da jemand den Mut hatte, das Risiko einzugehen, seinen Lebenstraum zu realisieren. Heißt das im Umkehrschluss, dass allen anderen, die ihren Tag mit einer gewissen Routine und gewiss weniger Risikobereitschaft bestreiten, der Mut fehlt mal etwas richtig ‚Cooles‘ zu tun? Wie schon vermutet, ist es nicht ganz so einfach. Denn nicht jeder von uns hat die richtigen Voraussetzungen dafür, sein Leben von jetzt auf gleich auf links zu drehen.

Leidenschaft ist so eine Sache: Passt das überhaupt in die Berufswelt? Wer leidenschaftlich in seinem Beruf ist, der liefert automatisch tolle Resultate und das ganz leicht und locker flockig.

Aber ist Leidenschaft wirklich die Garantie für tolle Arbeit und Performance? Zweifel kommen auf, denn so ist es doch offensichtlich, dass Leidenschaft nichts mit der tatsächlichen Leistung zu tun hat. Am Ende ist es, wie bei fast allem, die Qualität, die Sorgfalt, das Timing, die wirklichen Fähigkeiten, wahres Können und vieles mehr, das den wahren Unterschied macht.

Millennials resignieren oft, wenn sie erkennen, wie der Hase im neuen Unternehmen wirklich läuft. Das Unternehmen, für das man schon immer arbeiten wollte, um ein Teil der Veränderung sein zu können, ist in Wahrheit nicht wirklich oder nur teilweise, wie erträumt. Da brechen ganze Welten ein und gleichzeitig die damit verbundene Leidenschaft, dieses Feuer, das zu Anfang da war und alles möglich zu machen schien.

Nirgendwo stand geschrieben, dass man selbst im ‚hipsten‘ Unternehmen eine gewisse Administration ‚ertragen‘, sich unter und einordnen muss und das Gras nicht schneller wächst, wenn man daran zerrt. Im Gegenteil, das Image des Unternehmens suggeriert eine Unternehmenskultur mit viel Freiraum und Flexibilität und natürlich Mitarbeitern mit jeder Menge Spaß und noch mehr Leidenschaft.  

So gibt es Menschen, die einfach glücklich sind im Leben, ihre Arbeit verrichten und wohl nicht wüssten was sie antworten sollten, wenn man sie fragt, wie leidenschaftlich sie ihren Beruf ausüben. Andere wiederum beschreiben sich als sehr leidenschaftliche Mitarbeiter. Jeder wie er mag, nur so wenig wie Erfahrung und angeeignetes Wissen etwas über die Qualität der Arbeit aussagen, so wenig kann auch Leidenschaft pauschal etwas über die Arbeitsweise verraten.

So brennt bei jedem stellenweise ein Feuer der Leidenschaft, wenn auch nicht unbedingt dauerhaft und immer dort, wo man seinen Lebensunterhalt verdient. Bei dem einen brennt es als kuscheliges Lagerfeuer, beim anderen als fulminantes Feuerwerk. Eines bleibt bei allen gleich: Oft genügt ein Streichholz, um das Feuer zu entfachen. Wo und wann, das entscheidet jeder selbst.

 

Copyright (Bild): jarmoluk/Pixabay