Mit Achtsamkeit in die digitale Transformation

 Achtsamkeit versus digitale Transformation?

Welche Herausforderungen stellt uns die digitale Transformation, denen wir mit Achtsamkeit begegnen können? Achtsam agil transformieren, geht das?

Beobachten, im Moment sein, wahrnehmen, ziehen lassen. Viele Menschen müssen das erst wieder lernen. Ein bisschen ist es, wie gegen den Strom zu schwimmen. Den Strom der digitalen Transformation.

Mit Achtsamkeit (Mindfulness) ist ein Bewusstseinszustand gemeint, in dem wir unsere Aufmerksamkeit ganz auf das Hier und Jetzt richten. Es geht darum, den Moment gezielt wahrzunehmen. Ich sitze beispielsweise gerade an meinem PC und schreibe. Ich höre die Straßengeräusche und das regenartige Klicken der Tastatur, fühle die Tasten unter meinen Fingern, genieße den kühlen Wind, der durch das Fenster kommt und die Ungestörtheit. Für den Moment. Jetzt denke ich schon wieder an die Deadline für den Artikel und wie ich das schaffen kann. Welche anderen To Dos stehen an? Außerdem ärgere ich mich, da ich wahrscheinlich eine andere Deadline verpassen werde, da ein Kollege kurzfristig ein heutiges Meeting abgesagt hat. Weil er sich verzettelt hat. Das nervt. Und schon ist mein morgendlicher Achtsamkeitsmoment vorbei. Aber wenigstens hatte ich einen.

Ein paar achtsame Momente am Tag sind bereits genug um Stress zu mindern und gelassener zu werden. Wie verträgt sich die Achtsamkeitssache mit der digitalen Transformation, die uns umgibt und mitzieht? Auf der einen Seite gar nicht gut. Auf der anderen Seite gut:

Ein Feind der Achtsamkeit sind sicherlich Smart Phone und Social Media. Durch die ständige Erreichbarkeit aber auch das ständige Bedürfnis, zu kommunizieren (auf SM zu posten und Updates der Kontakte zu checken), werden wir ununterbrechlich aus dem Moment herausgerissen. Naja, dann genieße ich eben bewusst den Moment in dem ich mich auf Facebook befinde? Social Media ist abstrakt, dient der Selbstdarstellung und hat wenig mit dem physischen und psychischen Erleben des Hier und Jetzt zu tun.

Aber schauen wir auf die agile Transformation, die sich als Reaktion auf die digitale Transformation einstellt, sieht die Sache anders aus. Agiles Arbeiten räumt auf – Schluss mit Multitasking, Abbau der Bürokratie. Es geht um Fokus und Autonomie eine sinnvolle Arbeit zu gestalten. Das hört sich gut an. Und das ist es dann auch. Dann.

Zunächst einmal müssen wir uns auf einiges ein- und umstellen. Vieles ist neu und komplex und löst so Angst aus. Wir stressen uns hier mitzuhalten. Die höhere Veränderungsgeschwindigkeit, neue Technologien, die wir erlernen müssen (sei es das neue Social Network auf der Arbeit), der Veränderungsdruck durch den zunehmenden Wettbewerb. Mehr Autonomie finden wir eigentlich gut, aber es kommt mit der Übernahme von mehr Verantwortung. Selbststeuerung. Stress.

Betrachten Sie den Stress als eine Übergangsphase, in eine deutlich humanere Arbeit, die erfüllender ist und mehr Spaß macht. Um sich hier nicht in den Strudel aus Veränderungsangst und -druck reißen zu lassen, halten Sie einfach inne und lassen den Strom an sich vorbeiziehen. Ein kleiner Moment der Achtsamkeit kann hier helfen. Ein kleiner Moment, der nur Ihnen gehört.

Es dauert in der Regel drei bis sechs Monate, bis man sich auf die Neuerungen durch die agile Transformation eingestellt hat. Und dann dürfen Sie den vollen Nutzen auskosten. Kein Chef mehr, der Ihnen im Nacken sitzt. Übernehmen Sie mehr Verantwortung, Sie sind der Experte für das, was Sie tun. Gestalten Sie. Zeigen Sie Initiative.

 

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